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Hirschberg will Strom selbst erzeugen

Hirschberg. Die Vorbereitungen laufen seit Juni. Jetzt lassen Jürgen Steinle und Dr. Matthias Schütze von der Agendagruppe "Energie" die Katze aus dem Sack: In Hirschberg soll die Energiegenossenschaft "Hohe Waid" gegründet werden. Ähnliche Gesellschaften gibt es schon in Heidelberg sowie im südhessischen Raum.

40 Mitstreiter zählt die Hirschberger Initiative bereits und auch von der politischen Gemeinde sowie den Fraktionen im Gemeinderat gibt es positive Signale. Die Vorzeichen für ein neues Kapitel der Energieversorgung in der Bergstraßengemeinde stehen also gut.

Die Ziele sind klar formuliert. So soll Energie aus regenerativen Quellen (Wind, Wasser, Sonne) erzeugt werden. Die Energieeffizienz soll gesteigert und Energie eingespart werden. "Letztlich wird die autarke Energieversorgung der Region angestrebt", zeigt sich Schütze ehrgeizig. Um ihr großes Energieprojekt umzusetzen, wählen die Initiatoren die Gesellschaftsform der Genossenschaft. "Einer für alle, alle für Einen. Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele", diesem Leitspruch von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 bis 1888) fühlt sich die Initiative verpflichtet. Die demokratische Willensbildung, die Übernahme von Verantwortung durch die Bürger, das Vorgehen im Sinne der Agenda 21 ("Global denken, lokal handeln") sowie die Nutzung des Sachverstands der beteiligten Mitglieder sind die Grundpfeiler dieses Vorhabens. Wichtig sei für Schütze noch ein anderer Aspekt, denn die Bürger würden so sehen, was mit ihrem Geld am Ort passiere. Damit steige auch die Akzeptanz. "Gerade in der Finanzkrise, wo viele nicht wissen, wohin mir ihrem Geld, ist dies doch eine gute Alternative", betont Schütze.

GLH-Sprecher Steinle sieht in der zu gründenden Genossenschaft eine Fortsetzung der Bürgerphotovoltaikanlage, bei der die Gemeinde vor zehn Jahren Schuldächer zur Verfügung stellte. "Auslöser" für diese neuerliche Initiative gibt es für ihn viele. Da sind etwa die Verhandlungen im Zusammenhang mit der Vergabe der Stromkonzession für Hirschberg zu nennen. Der Reaktorunfall in Fukushima oder dass Windkraft im Ländle mittlerweile "en vogue" ist, führt er ebenfalls als "Antreiber für die Sache" an. Andere denken genauso wie er und wollen auch etwas für die Umwelt unternehmen.

 

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