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Kämpferische Handwerker gründen Genossenschaft

Gegen unlauteren Wettbewerb


Brachbach. Unseriöse Angebote im Internet und der Ärger über Konkurrenten mit mangelnder Qualifikation und geleistete Arbeiten in schlechter Qualität gaben den Ausschlag: Handwer-ker und Vertreter handwerks-naher Berufe im Dreiländereck zwischen NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz schlossen sich zusammen. Gemeinsam setzen sie in der „HaweG“, der Hand-werkergenossenschaft Dreiländer-eck eG, auf Qualität als besonderes                                            
                                                                                     Die Gründer der Dreiländereck eG
Merkmal und bieten von Brachbach aus Dienstleistungen für Handwerker sowie kleine und mittlere Unternehmen. Ein Schwerpunkt bildet dabei der juristische Bereich. „Wir wollen lauter und ehrlich unser Handwerk ausüben“, erklärt Hans-Joachim Stracke als Ideengeber der neu gegründeten Genossenschaft. Als gelernter Banker kann er rechnen und hat das Genossenschaftswesen kennen gelernt, als Stuckateur seine Berufung und Profession gefunden. Mit einigem Aufwand gelang es ihm, vor vielen Jahren per Sondergenehmigung einen Fachbetrieb für Stuck zu gründen. „Da stört es mich gewaltig, wenn unqualifizierte Firmen mit dubiosen Angeboten uns die Aufträge wegschnappen und wir nach einiger Zeit deren mangelhafte Arbeit teuer reparieren müssen“, erklärt das Gründungsmitglied. Deshalb setzen sich mittlerweile Handwerker verschiedener Gewerke genossenschaftlich organisiert zur Wehr. „Rechtssicherheit ist die Maxime unserer Arbeit“, führt Assessor Jürgen Schulz-Lützenbürger dazu aus. Er wurde von der HaweG für die juristische Arbeit engagiert. Derzeit erreichen ihn aus den drei Bundesländern NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz um den Standort Brachbach herum Anfragen insbesondere zum allgemeinen Zivilrecht, zum Werkvertragsrecht und zur Problematik des unlauteren Wettbewerbs. Bei Letzterem zaudert die HaweG nicht lange: Sie vergleicht mit seriösen Angeboten, recherchiert in Internetportalen wie „My Hammer“ oder „Job doo“ und verschickt bei Verdacht auf Schwarzarbeit und Unseriösität Abmahnungen. Mit Erfolg, wie sich bisher zeigte, denn die Genossenschaftsmitglieder profitieren von diesem Vorgehen. Das spricht sich in Handwerkerkreisen schnell herum. Das hat der Genossenschaft schon neue Interessenten für eine Mitgliedschaft gebracht. „Derzeit arbeiten wir vorwiegend für unsere Mitglieder, unser Angebot ist jedoch auch für Nicht-Mitglieder interessant“, beschreibt Vorstand Marlies Stracke den Willen, Genossenschaftsmitglieder bevorzugt zu behandeln. Sie versteht die Genossenschaft als Ergänzung zu Handwerkerorganisationen, wie etwa der Handwerkskammer. Doch beispielsweise bei Abmahnungen hätte die passen müssen, weshalb das Angebot der Genossenschaft jetzt auf eine breite Resonanz treffe. Der Arbeitsalltag zeige zudem, in welchem Ausmaß administrative Tätigkeiten kontinuierlich zunehmen. Stracke: „Die wollen wir unseren Mitgliedern und auch anderen Betrieben abnehmen“. Handwerkern bleibe im Alltagsgeschäft meist wenig Zeit für die oft als lästig empfundenen, jedoch umso wichtigeren Dinge wie Forderungsmanagement, Klärung rechtlicher Unklarheiten, Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden oder die Führung von Rechtsstreitigkeiten. Aber auch Buchhaltung oder Homepagegestaltungen gehören zum Angebot, die bei Bedarf auch mit externen Partnern gemeinsam erledigt werden. „Für all dieses hat sich die Genossenschaft als ideale Rechtsform gezeigt“, schwärmen Vorstand und Mitglieder unisono und machen sich gemeinsam  unter dem Motto „Kampf dem unlauteren Wettbewerb“ an die Arbeit.                                                                            Karl E. Rinas
Erschienen im Genossenschaftsblatt 6/2009

 

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