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Bürgergenossenschaft Nahwärme Heede eG

Innovative Nutzung nachhaltig erzeugter Energie

Über die Nutzung von nachhaltig erzeugter Energie am Beispiel der Nahwärme Heede eG berichtet Dr. Sven Klingbeil, Leiter Technik/ Projekte, Ingenieur Netzwerk Energie eG.

Die Reduzierung der CO2-Emissionen ist aufgrund des anstehenden Klimawandels eines der wichtigsten Ziele der deutschen sowie der internationalen Umweltpolitik. Neben einer Vielzahl von Maßnahmen im Bereich der Industrie und des Verkehrs spielt dabei die CO2-neutrale Beheizung von Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden und Industriebetrieben mittels Energieerzeugung aus Biomasse eine wichtige Rolle. Im vorgestellten Projekt konnte durch die Einspeisung der bislang ungenutzten Abwärme einer Biogasanlage in ein neu errichtetes Nahwärmenetz die Einsparung von über 100.000 kg CO2 pro Jahr erreicht werden. Für die Besitzer der angeschlossenen Einfamilienhäuser wurde ein erheblicher Kostenvorteil gegenüber der Investition und dem Betrieb einer eigenen Gastherme erzielt. Zusätzlich dazu erhöhte sich die Wirtschaftlichkeit der in das Wärmenetz einspeisenden Biogasanlage.

Technisches und wirtschaftliches Konzept
In der Gemeinde Heede/Emsland wurde im Jahr 2008 die Planung eines Neubaugebietes mit 60 Einfamilienhäusern abgeschlossen und umgesetzt. Zur ökologischen und kostengünstigen Erschließung und Beheizung der Neubauten erfolgte die Gründung einer Bürgergenossenschaft „Nahwärme Heede eG“.

Die neu gegründete Nahwärme Heede eG finanzierte mit Unterstützung der Gemeinde die Investitionen für das Nahwärmenetz im Bereich des Neubaugebiets. Ergänzend zum Netz wurden ein Wärmepuffer sowie ein Reservekessel beschafft. Die Wärmeenergie zum Betrieb des Netzes und damit zur Beheizung und zur Warmwassererzeugung der Häuser wird nahezu vollständig aus einer dem Baugebiet benachbarten Biogasanlage bezogen.
Diese Anlage erzeugt durch Vergärung von Biomasse und der anschließenden Verbrennung des Biogases in einem Blockheizkraftwerk ca. 4 Mio. kWh elektrische Energie (Einspeisung in das öffentliche Stromnetz) sowie weitere ca. 4 Mio. kWh Wärmeenergie (Beheizung des Wärme-Netzes). Der Biogasanlagenbetreiber erhält gemäß EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) für jede in das Netz eingespeiste kWh  eine gesetzlich garantierte Vergütung. Damit konnte auch für die bereits vorhandene Biogasanlage eine deutliche Erhöhung der Wirtschaftlichkeit gegenüber der vorherigen Betriebsweise erreicht werden. Die Kosten für die Einbindung in das Netz der Nahwärme Heede eG betragen 4.000 Euro pro Einfamilienhaus. Diese Kosten liegen damit für einen Einfamilien-Hausbauer deutlich unter den Investitionen für die Neubeschaffung einer kompletten Heizungsanlage. Dabei sind neben der Beschaffung einer Gasbrennwerttherme zusätzlich die Kosten für die Abgasführung sowie die vorgeschriebene Warmwasser-Solaranlage zu berücksichtigen.

Neben den bereits bei Erstellung des Hauses geringeren Investitionen spart ein Hausbesitzer bereits im ersten Jahr ca. 400 Euro Energiekosten ein (bei 5 Ct./kWh Gas). Noch deutlicher wird der Unterschied bei einer langfristigen Betrachtung der Kostenunterschiede: Insgesamt addiert sich der Kostenvorteil in 20 Jahren auf = 16.000 Euro.

Fazit
Der Betrieb eines Nahwärmenetzes mit Einspeisung von Wärmeenergie aus Biomasse stellt eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative zur Wärmeversorgung dar. Dabei kann sowohl für die Beheizung von Wohnhäusern als auch von öffentlichen Gebäuden und Industriebetrieben eine Kostenreduktion gegenüber der konventionellen Beheizung mit fossilen Brennstoffen erreicht werden. Auch für die Betreiber von bestehenden Biogasanlagen stellt die Erschließung von benachbarten Wohn-, Neubau- und Gewerbegebieten mittels Wärmenetz eine sinnvolle Möglichkeit zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Anlage dar. Für die Investitionsentscheidung einer Neubau-Biogasanlage ist ein funktionierendes Wärmekonzept ein unabdingbarer Baustein: Ohne eine sinnvolle Nutzung der erzeugten Wärme stellt die Investition in einer Biogasanlage ein unkalkulierbares Risiko dar.

Erschienen im Genossenschafts-Magazin 1/2010

 


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