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Genossenschaft fördert den örtlichen Wirtschaftskreislauf

Meisterland eG Holzgerlingen

 "Eine bunte Palette von Mit-gliedern"
Sie sind mittelständische Betriebe, die ihre Kunden vor der Haustüre haben, in ihrem Geschäftsgebiet in Böblingen, Sindelfingen und im westlichen Schönbuch. Der Name ihrer Genossenschaft ist Programm, ist ihr Qualitätssiegel: Meisterland. 23 Unternehmen bilden ein lokales Netzwerk, um die örtliche Wirtschaft zu stärken.
 
Die Mitglieder, etwa die Hälfte stammt aus Holzgerlingen, kommen aus ganz vielfältigen Branchen. Handwerksbetriebe stellen die eine Hälfte, die andere Hälfte bildet eine bunte Palette von Dienstleistern: zum Beispiel ein Mercedes-Händler, ein Reifen-Händler, ein Gastronom, ein Getränke-Händler, ein Office-Manager, ein Baustoff-Händler, ein Heizöl-Händler, ein Fernseh- und Radiohändler, ein Steuerberater, ein Architekt. Und nicht zuletzt: Die Böblinger und die Sindelfinger Zeitung sind  mit dabei. Was führt sie zusammen, worin liegt der Nutzen einer Genossenschaft für sie? „Wir schaffen durch die Genossenschaft für alle Mitglieder eine Qualitätsmarke, das Meisterland“, sagt Rico Studer, Steuerberater und seit Mitte 2008 Vorstandsvorsitzender der Meisterland eG. Dabei wissen die Mitglieder, dass die Genossenschaft durch sie tätig wird, dass sie sich einbringen müssen; die eG hat lediglich eine freiberufliche Geschäftsstelle.

Schwerpunkt Messeauftritte und gemeinsame Werbung
Die gemeinsame Marke, das ist der Arbeitsschwerpunkt der Genossenschaft, die in der Organisation gemeinsamer Messeauftritte in der Region und in der gemeinsamen Werbung, nicht zuletzt in den beiden Lokalzeitungen, oder in Vortragsreihen zum Ausdruck kommt. Rund 30.000 Euro investieren die Mitglieder direkt dafür, über ihre Werbungskostenumlage, die den Umsatz der Genossenschaft darstellt. Durch den gemeinsamen Auftritt, den attraktiven Rahmen auf den örtlichen Messen werde eine viel größere Außenwirkung erzielt, berichtet Studer, und dies auch noch preisgünstiger für den Einzelnen. Der Meisterland-Messestand kann sogar mit einer eigenen Bewirtung punkten, weil ein Gastronom unter den Mitgliedern ist. Und das Ergebnis stimmt: „Aus den Messeauftritten nehmen unsere Mitglieder Aufträge mit.“

Mitglieder sorgen für „Alles aus einer Hand“
Weitere Aufgaben der Genossenschaft sind Aufträge „Alles aus einer Hand“ und das Empfehlungsmanagement, mit dem Kunden vom einen Meisterland-Mitglied zum nächsten weiterempfohlen werden. In den Empfehlungen innerhalb einer vertrauten Region, verknüpft mit dem Qualitätsanspruch „Meisterland“, liegt eine wesentliche Stärke dieses lokalen Netzwerkes. Dadurch bleiben auch Aufträge der Mitglieder innerhalb der Genossenschaft. „Alles aus einer Hand“, das ist ein Thema für die Mitglieder aus dem Handwerk, wenn verschiedene Gewerke am Bau, bei Sanierungen, Hand in Hand arbeiten, ohne den Bauherren mit der Koordination von Schnittstellen zu belasten. Solche Angebote, solche Aufträge können über die Genossenschaft laufen, aber ebenso im direkten Kontakt zwischen den Mitgliedern. „So kommen auch Großaufträge zusammen. Wesentlich ist dabei, dass wir Angebote schnell und geschlossen beim Kunden vorlegen können.“ Dabei haftet jedes Mitglied für sich selbst.

„Ein Riesenvorteil der eG gegenüber der GmbH“
Die Meisterland eG misst den Nutzen, den sie für ihre Mitglieder stiftet, den Erfolg von Empfehlungen, die Umsätze, die sie generiert, bisher nicht. Aber auf die Frage, warum es nicht auch ein eingetragener Verein getan hätte, hat Rico Studer eine entschiedene Antwort: „Wir nehmen uns wichtiger als einen Verein, wo man nur zum Spaß hingeht! Jeder von uns will Geschäft machen.“ Einen „Riesenvorteil“ sieht der Steuerberater für die Genossenschaft im Vergleich zur GmbH oder AG: „Die Mitglieder können einfach eintreten oder austreten. Ein neuer Gesellschafter ist für eine GmbH ein Riesenaufwand.“ Im Jahr 2003 ist die Genossenschaft mit fast 40 Mitgliedern gestartet, 2008 hat sie sich neu ausgerichtet. „Wir wollten eine bewusstere Zusammenarbeit in der Genossenschaft, mehr Verbindlichkeit“, betont Rico Studer. Dazu zählt der Qualitätsanspruch. Wer neu in die Genossenschaft aufgenommen wird, darüber befindet der fünfköpfige Aufsichtsrat. Entscheidend ist hierbei die Reputation, die der Neue bei den Mitgliedern hat. Meisterländer zu sein, heißt etwas.“

Erschienen in GENOGRAPH 12/2009

 


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