
Zweistellige Minustemperaturen, Schnee bis zu den Knien, eisiger Wind: Der Winter hat es dieses Jahr in sich. Jeder, der bei dieser Kälte längere Zeit im Freien unterwegs ist, freut sich auf das warme Heim. Glücklich schätzen kann sich, wer es sich dann noch neben einem angeheizten Kamin- oder Kachelofen bequem machen, dem Knistern des Feuers lauschen und dem Flackern der Flammen zusehen kann. Wohnungsbesitzer, die kein solches Extra in den eigenen vier Wänden stehen haben, aber gerne in diesen Genuss kommen möchten, können sich an einen der etwa 2.450 Ofen- und Luftheizungsbauerbetriebe in Deutschland wenden. Bei der Wahl der richtigen Firma kann eine Genossenschaft helfen, nämlich die „Roter Hahn eG“. 70 Ofenbauerunternehmen im gesamten Bundesgebiet sind Mitglied der „Markengemeinschaft für den handwerklichen Kachelofenbau“, wie sich der Zusammenschluss mit Sitz in Pfarrkirchen in Niederbayern nennt. Zweck des Roten Hahns ist die Bündelung von regionalen und überregionalen Werbe- und Marketingmaßnahmen in der Branche der Kamin- und Kachelofenbauer. Die Idee hierzu ist in einem befreundeten Kreis von Handwerkern entstanden. Sie wollten sich nach außen präsentieren, erklärt Geschäftsführer Stefan Schmid. Er hat die Aufgabe des Marketings übernommen. Der studierte Wirtschaftsgeograph hat sich beruflich schon viel mit Marketingkonzepten auseinandergesetzt und koordiniert nun dieses Aufgabengebiet bei der Markengemeinschaft. Diese habe sich für die Rechtsform der eG entschlossen, da sie für die Handwerker die unkomplizierteste sei: „Sie werden einfach Genosse und fertig“, so Schmid. Zudem sei es für die Beteiligten ein großer Vorteil, dass alle den gleichen Einfluss haben. „Individualität trifft Gemeinschaft, so könnte man das beschreiben“, sagt der Geschäftsführer. Doch warum benötigen Kachelofenbauer eine Plattform, auf der sie ihr Handwerk präsentieren können? Der Marketingexperte des Roten Hahns erklärt dies damit, dass es immer wichtiger für Handwerksbetriebe sei, sich bemerkbar zu machen. Dies gelte besonders für die Sparte der Kamin- und Kachelofenbauer, die eher eine Nischenbranche im Handwerk sei. Auch wenn die Genossenschaft selbst nur einen begrenzten Etat zur Verfügung hat, versucht sie das Bestmögliche für ihre Mitglieder herauszuholen. Auf der Internetseite bietet sie den Kunden beispielsweise umfangreiche Informationen rund um Kachelöfen und Kamine.
Interessenten haben die Möglichkeit, mit dem Mitgliedsbetrieb in ihrer Nähe Kontakt aufzunehmen. Zudem bietet die Genossenschaft ihren Mitgliedern standardisierte Onlineauftritte an, mit denen sie ihren Betrieb vorstellen können.
Frischen Wind könnte der Branche die fortwährende Diskussion um Energieund Wärmeversorgung geben: Der Kachelofen als Investition in die Zukunft, für unabhängige Wärmezufuhr in den eigenen vier Wänden. Dies sei aber, so Schmid, nur ein zweitrangiger Aspekt. „Wohlbefinden und Gemütlichkeit sind den Leuten am wichtigsten, wenn sie sich einen Ofen oder Kamin einbauen lassen.“ Überhaupt scheinen hier eher emotionale Aspekte eine Rolle zu spielen. Wenn man das Feuer sehe, gebe das den Leuten etwas von Geborgenheit und Schutz, erklärt der Marketingfachmann. Dennoch gibt es auch praktische Gründe, die zu einer Entscheidung für einen Kamin- oder Kachelofen führen. „Die Wärmeabstrahlung ähnelt derjenigen der Sonne am meisten“, erläutert Schmid. Das sei ein deutlicher Unterschied zu Heizkörpern. Diese produzieren eher trockene Luft, was die Haut strapazieren und die Atemwege beeinträchtigen kann. Und nicht zuletzt gehöre auch der Umweltaspekt zu den Überlegungen der Kunden, so der Genossenschaftsvertreter. Dabei heizt Holz klimaneutral: Der Verbrennungsprozess setzt nur diejenige Menge an Kohlenstoffdioxid frei, die das Holz zuvor beim Wachstumsprozess gebunden hat. Wenn zudem Holz aus der Umgebung in den Ofen kommt, falle der Prozess der Rohstofferzeugung wesentlich klimaschonender aus als bei einer Ölheizung, sagt der Geschäftsführer: „Es braucht keine Bohrtürme, Tankschiffe, Raffineriebetriebe oder Lkws, um das Heizmaterial nach Hause zu bringen.“ Alle diese Aspekte fließen in die Entscheidung für oder wider eine Anschaffung ein. Einen Kachelofen oder Kamin baut sich der Kunde aber in der Regel nur einmal ein. „Darum wollen wir, dass er individuell und umfassend beraten wird, damit er nachher auch mit dem Einbau zufrieden ist", so Schmid. if
Erschienen in Profil 2.2009
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