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Genossenschaftlich organisierte Kinderbetreuung

Modell "Genossenschaftlich organisierte Kinderbetreuung" bekam Gütesiegel "Gute Arbeit"


Die Katholische Arbeitnehmerbewegung und die Heimvolkshochschule Gottfried Könzgen KAB/CAJ e.V. haben dem Modell der „Genossenschaftlich organisierten Kinderbetreuung“ im Rahmen einer Fachtagung in Haltern am See das Gütesiegel „Gute Arbeit“ verliehen. Mit diesem Gütesiegel zeichnen die beiden Institutionen Menschen, Initiativen und Unternehmen aus, die sich aktiv und konkret für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen.  
 

Die Übergabe des Gütesiegels erfolgte durch Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen, im Rahmen der Fachtagung „Und es geht doch – Gute Arbeit in Deutschland“. Minister Laumann betonte in seinem Grußwort „Es braucht gesellschaftliche Aufmerksamkeit dafür, dass für eine soziale Marktwirtschaft gute Arbeit nötig ist“. Die stellvertretende Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung im Bistum Münster Renate Lammering und der Arbeitsminister stellten gemeinsam heraus, dass das ausgearbeitete Modell die Chance bietet, einen weiteren großen Schritt in Richtung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu beschreiten. Die Einbindung aller Sozialpartner in diesem Konzept sei besonders hervorzuheben.

Das Modell der „Genossenschaftlich organisierten Kinderbetreuung“ wurde vom Genossenschaftsverband Weser-Ems e. V., der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Land Oldenburg, dem Arbeitgeberverband Agrar, Genossenschaften, Ernährung, Nordwest e.V. und der VR-Dienstleistungsgenossenschaft eG erarbeitet.

Das Konzept sieht vor, dass Unternehmen, Kommunen, Träger von Betreuungseinrichtungen, Tagesmütter und –väter gemeinsam eine Genossenschaft gründen, um zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder unter der Prämisse der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. Das heißt, Betreuungsangebote auch für Randzeiten (Schichtarbeiten, Wochenendarbeit) anzubieten und nicht nur für Kinder im Vorschulalter, sondern auch darüber hinaus, z.B. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. Das Angebot soll auch eine Ferien- und Notfallbetreuung durch
qualifizierte Kräfte einschließen.

Unternehmen haben zunehmend erkannt, dass die Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, immer mehr zu einem Wirtschaftsfaktor in unserer heutigen Gesellschaft geworden sind. Die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens erhöht die Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen, fördert die Motivation der Mitarbeiter und generiert dadurch Kostenvorteile. Kleine und mittelständische Unternehmen können dieses Angebot aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht alleine anbieten. Durch den Zusammenschluss von mehreren Unternehmen in einer Genossenschaft, unter Beteiligung der Kommunen und bestehenden Betreuungseinrichtungen, kann dies jedoch erfolgreich gelingen.

Das Modell der „Genossenschaftlich organisierten Kinderbetreuung“ basiert auf folgender Strategie: Kooperation mit bestehenden Einrichtungen, unternehmensübergreifende Schaffung von „Familienzimmern“ und/oder „MiniKita´s“ in Gewerbe-/Industriegebieten sowie die Organisation von häuslichen Betreuungsmöglichkeiten. Gemäß der Zielsetzung von F.-W. Raiffeisen „Gemeinsam sind wir stark“ sieht dieses Modell eine „Win-Win“ Situation für alle Beteiligten vor:

  • Eltern wissen um die qualifizierte Betreuung ihrer Kinder während der Arbeitszeit,
  • Unternehmen stehen motivierte Mitarbeiter zur Verfügung,
  • Die Träger bestehender Einrichtungen sichern sich die Auslastung ihrer Kapazitäten,
  • Kommunen werden durch die finanzielle Einbindung der Unternehmen im Bereich der Kinderbetreuung entlastet,
  • Tagesmütter und Tagesväter verfügen über ausreichende Aufträge, ggf. im Anstellungsverhältnis.

Der Geschäftsführer der VR-Dienstleistungsgenossenschaft e.V. und Landesvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Land Oldenburg Josef Bischof (l.) und GVWE-Projektleiter Ralf-Peter Janik freuten über die Auszeichnung und betonten auf der Veranstaltung in Haltern am See, dass sie hierin eine Bestätigung für ihre Arbeit und insbesondere für das ausgearbeitete Modell sehen. „Unser Modell kann sofort umgesetzt werden. Mit der Auszeichnung im Rücken wird es uns gelingen, Partner für die Errichtung von Genossenschaften zum Zwecke der Kinderbetreuung in der Wirtschaftsregion Weser-Ems aber auch darüber hinaus zu gewinnen“ zeigten sich beide überzeugt.

 


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