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Weinvilla Stuttgart eG bündelt die Kräfte in Vertrieb und Verwaltung

Die Antwort der beiden Stuttgarter Genossenschaften Weingärtner Bad Cannstatt eG und Weinmanufaktur Untertürkheim eG auf die Herausforderungen des Markts trägt den Namen Weinvilla Stuttgart eG. Die neue Kooperation bündelt die Kräfte nach innen und außen: zum einen in der Verwaltung, zum anderen im Vertrieb an Wiederverkäufer.                             

                                              Team der Weinvilla Stuttgart eG           Foto: Weinvilla Stuttgart

In der Untertürkheimer Kelter in der Strümpfelbacher Straße herrschte Mitte Juli ungewohnte Hektik. Aber nur kurzzeitig und nur im Bürotrakt. Es galt, das Büro von Franz Plappert einzurichten. Nach 17 Jahren bei der Fellbacher Weingärtner eG, davon über sieben Jahre als Geschäftsführer, wechselte er nach Untertürkheim. Dort kümmert er sich nun für die Weinmanufaktur (cirka 95 Hektar Rebfläche) und die benachbarte Genossenschaft aus Bad Cannstatt (etwa 46 Hektar Rebfläche) um den kaufmännischen Bereich. Dazu gehört das komplette Rechnungswesen mit der Hauptaufgabe Zusammenführung der beiden EDV-Systeme, die Betreuung der Mitglieder der beiden Weingärtnergenossenschaften sowie das Personalwesen. „Das alles ist unter der Überschrift Weinvilla Stuttgart die Baustelle von Herrn Plappert“, sagt Günter Hübner, Plapperts Co-Vorstand der Weinvilla und Geschäftsführer der Untertürkheimer  Genossenschaft. „Wir erhoffen uns durch diesen Schritt mittelfristig eine markante Effizienzsteigerung und Kostenersparnis.“ Hübner und Plappert ziehen dabei an einem Strang. „Wir können uns die Aufgaben erfolgbringend aufteilen“, ist Plappert überzeugt. Mit dazu gehört das zweite Bein, auf dem die Weinvilla Stuttgart steht: die Marktbearbeitung.

Vertriebsoffensive Richtung Wiederverkäufer
Das Vertriebskonzept der Bad Cannstatter und Untertürkheimer über die Weinvilla lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Da zusammenarbeiten, wo es der Markt erfordert, dort getrennt auftreten, wo es Tradition und ökonomische Vernunft gebieten. „Getrennt auftreten“ heißt, dass private und gewerbliche Endverbraucher weiterhin separat bedient werden. „An der Untertürkheimer Theke verkaufen wir keinen Cannstatter Wein, in der Bad Cannstatter Genossenschaft findet man keinen Untertürkheimer Tropfen“, erläutert Hübner. „Die Stärken und Traditionen der beiden Betriebe, für die der Direktverkauf eine bedeutende Rolle spielt, sollen im Kernabsatzgebiet erhalten und verstärkt  werden“, ergänzt Plappert.

„Gemeinsam marschieren“ heißt, dass im Wiederverkäufer-Segment, also im Fachhandel und in der Gastronomie, die Cannstatter und Untertürkheimer Weingärtnergenossenschaften als Weinvilla Stuttgart auftreten – mit einer gemeinsamen Produktpalette. „Der Cannstatter Zuckerle und der Untertürkheimer Mönchberg werden dann nur über die Weinvilla zu haben sein, egal wo in Deutschland der Kunde sitzt“, sagt Hübner. Dafür wurde ein Außendienstler eingestellt. „Wir denken auch an Gemeinschaftsprodukte mit einer eigenen Weinvilla-Marke. Das generiert ein Alleinstellungsmerkmal“, verrät Franz Plappert. Das Potenzial, mit diesem Konzept außerhalb Baden-Württembergs zu reüssieren, sei gegeben. Hübner: „Wir wollen unseren Händlerkreis erweitern.“

Aktiv wird die Weinvilla Stuttgart auch im Direktverkauf außerhalb der Postleitzahlbezirke 7 und 8. Hier geht die Weinvilla mit einer speziellen Produktpalette, zusammengestellt aus Weinen der beiden „Mütter“ Bad Cannstatt und Untertürkheim, an den Start. „Im Bereich nationaler Endverbrauch rechnen wir uns auch etwas aus“, sagen die beiden Weinvilla-Verantwortlichen.

eG die richtige Rechtsform
“Die Weinvilla läuft gut an“, sagen Plappert und Hübner unisono. Die Voraussetzungen für den Erfolg seien gegeben. Die Mitglieder beider Mutter-Betriebe zögen gut mit, die in Bad Cannstatt und Untertürkheim gewählten analogen Qualitätseinstufungen von „ein Stern“ bis „drei Sterne“ erleichtern Außendienst und Kundschaft die Orientierung und die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft garantiere eine straffe Organisation der Weinvilla eG durch wenige Akteure und kurze Wege. „In der Weinvilla herrschen die gleichen Spielregeln wie in den beiden ;Müttern’, eine enge Vernetzung ist gewährleistet“, erläutert Hübner. Neben ihm und seinem Mitstreiter im operativen Bereich Franz Plappert stehen Gerhard Schmid, Vorstandsvorsitzender der Weingärtner Bad Cannstatt, und Bernd Munk, Vorstandschef der Weinmanufaktur Untertürkheim, der Weinvilla Stuttgart vor. Gemeinsam mit dem neu zusammengestellten Weinvilla-Team geht das Duo Hübner und Plappert an den Start – ganz ohne Hektik, denn das neu geschaffene Büro von Franz Plappert ist inzwischen vollständig betriebsbereit, oder besser: vertriebsbereit.                        

Gunter Endres

 


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