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Genossenschaft setzt Standards für den überbetrieblichen Datenaustausch

Faxen Sie noch oder kaufen Sie schon?

Alltag in der mittelständischen Fertigungsindustrie: Intern laufen die meisten Prozesse papierlos ab, doch in Richtung Kunde und Lieferant wird immer noch gefaxt. Und diese Handarbeit kostet viel Zeit und Geld. Unternehmer träumen geradezu davon, standort- und firmenübergreifend Daten elektronisch austauschen und damit Aufträge reibungslos abwickeln zu können. Denn: Der wesentliche Erfolg des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagebaus liegt nicht zuletzt in der vielschichtigen Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen beim Entwickeln und Produzieren komplexer Produkte. Dieser in vielen produzierenden Unternehmen gehegte Wunsch geht jetzt in Erfüllung: Forschungsinstitute, ITUnternehmen und die Betroffenen selbst, die Industrieunternehmen, haben eine neue Plattform, die für einen standardisierten Datenaustausch über das Internet sorgt, aus der Taufe gehoben:

Die Initiative nennt sich myOpenFactory und startete als Forschungsprojekt an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Aus dem Forschungskonsortium heraus wurde im Januar dieses Jahres die Genossenschaft mit dem Namen „myOpenFactory“ gegründet. Die neun Gründungsmitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, das unabhängige Forum zukünftiger IT-Standards zu sein.

„myOpenFactory“ vereinheitlicht die Kommunikation über Unternehmensgrenzen hinweg: Vom Angebot über den Versand bis hin zur Rechnung erlaubt die Plattform eine vereinfachte und beschleunigte Abwicklung über das Netz. Ein Beispiel: Der Rechner eines Anlagebauers könnte mit dem System eines Lieferanten verknüpft werden und Liefertermine abrufen, mit eigenen Produktionsplänen abgleichen und bei Engpässen Alarm schlagen. Zeitfressende Telefonanrufe und Faxe könnten so eingespart werden. „Durch die erhöhte Reaktionsfähigkeit und die Transparenz in der Lieferkette wird außerdem eine gesteigerte Konkurrenzfähigkeit im internationalen Wettbewerb erreicht“, so die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft, Dr. Achim Kampker und Dr. Volker Stich. Die Firma muss lediglich per „myOpenFactory“-Schnittstelle an die Plattform angebunden sein, um mit allen Systemen der Partner kommunizieren zu können. Unternehmen zahlen je nach Mitarbeiteranzahl eine monatliche Grundgebühr von 19 bis 149 Euro pro Transaktion fällt eine Gebühr von zwölf Cent an.

Gefördert und angeschoben wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Kopf hinter der Idee ist Günther Schuh, Professor für Produktionssystematik an der Universität Aachen und jetzt Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft. Was die Initiative insbesondere von anderen unterscheidet, ist ihr wirtschaftlicher Ansatz: Sie will speziell kleinen und mittelständischen Unternehmen für wenig Geld den Zugang zu dieser Plattform ermöglichen.

Quelle: Genossenschaftsblatt für Rheinland und Westfalen, 2/2007

 

Weitere Informationen im Internet unter www.myopenfactory.de.


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